Hoher Alkoholkonsum fordert in Deutschland jedes Jahr rund 44.000 Tote, illegale Drogen zusammen etwa 2.137 Tote (Stand 2024). Gleichzeitig sitzen 14,8 % aller Gefängnisinsassen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, und etwa jede vierte Gewalttat wird unter Alkoholeinfluss begangen.
Die Drogenpolitik folgt Tradition – nicht den Zahlen. Die gefährlichste Droge ist weiterhin legal. Das darf sie auch bleiben. Doch sollte man angesichts dieser Diskrepanz nicht zumindest darüber diskutieren, wie wir mit anderen Substanzen umgehen?
Portugal gilt bei diesem Vorhaben seit Jahren als Vorreiter. Bereits 2001 entkriminalisierte das Land den Besitz von Drogen für den persönlichen Gebrauch und verlagerte den Fokus von Bestrafung hin zu Unterstützung. Kleine Mengen gelten seither als Ordnungswidrigkeit, Konsumenten werden nicht mehr vor Gericht gestellt, sondern an Beratungsgremien verwiesen. Gleichzeitig wurden Therapieangebote, Prävention und Maßnahmen zur Schadensminimierung deutlich ausgebaut.
Die Ergebnisse nach über 20 Jahren sind bemerkenswert: Der Anteil der Gefängnisinsassen wegen Drogendelikten sank von über 40 % auf etwa 15 %. Die Zahl der Drogentoten liegt deutlich unter dem EU-Durchschnitt, während der Konsum insgesamt stabil und ebenfalls unter dem europäischen Mittel geblieben ist. Auch die gesellschaftlichen Kosten gingen zurück – unter anderem durch weniger Strafverfahren und geringere Gefängniskosten.
Wenn ein Ansatz messbar bessere Ergebnisse liefert – warum wird er nicht umgesetzt?

Schreibe einen Kommentar